Medizinische Informationen zu Kniegelenkersatz

Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung mit immer mehr aktiven älteren Menschen gehört das Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks (Knie-Endoprothese) zu den Eingriffen, die an Häufigkeit stetig zunehmen. Bei der Operation wird unterschieden in:

  • Einsetzen einer Total-Endoprothese (Knie-TEP)
  • Einsetzen einer Teil-Endoprothese (Schlitten-Prothese)
  • Austausch einer alten Endoprothese gegen eine neue (Knie-Revision)

Zu den Qualitätsergebnissen des Behandlungsgebiets Kniegelenkersatz.

Ursachen

Belastung und natürliche Alterungsprozesse sind die Hauptursachen dafür, dass sich das Kniegelenk auf Dauer abnutzt. Dabei wird der für die Gelenkfunktion wichtige Knorpelüberzug immer dünner, so dass irgendwann die Knochen von Oberschenkel und Schienbein aneinander reiben. Diesen Knorpelverschleiß am Kniegelenk nennt man Gonarthrose. Weitere Ursachen sind zum Beispiel eine frühere Verletzung des Gelenks oder Übergewicht.

Symptome

Die Beschwerden sind weit verbreitet: Schon bei jedem zweiten Erwachsenen zwischen 30 und 50 können Krankheitszeichen im Knie gefunden werden; ab dem 70. Lebensjahr beinahe bei jedem Menschen. Gonarthrose führt häufig zu starken Schmerzen: Die Patienten können ihre Knie nur noch eingeschränkt bewegen und haben oft große Schwierigkeiten mit dem Gehen; Treppensteigen wird beinahe unmöglich.

Arthrose schreitet voran

Die Zerstörung der Knorpelmasse ist nicht mehr rückgängig zu machen. Lediglich die Schmerzen können gelindert und der Fortgang der Arthrose über einen gewissen Zeitraum aufgehalten werden. Irgendwann ist der Austausch des erkrankten Gelenks jedoch nicht mehr zu umgehen - ein künstliches Kniegelenk, eine Knie-Endoprothese, wird notwendig.

Diagnose

Vor der Operation wird der Patient gründlich untersucht und vom Arzt zur medizinischen Vorgeschichte befragt. Röntgenbilder ergänzen die Diagnose.

Therapie

Bewährter Standard bei einem künstlichen Kniegelenk ist das Einsetzen einer so genannten Total-Endoprothese (TEP). Dabei wird jeweils ein Teil von Oberschenkelknochen und Schienbein ersetzt. Sind nur Teile des Kniegelenks zerstört und die Bänder am Kniegelenk noch erhalten und funktionstüchtig, eignet sich eine Teilprothese, auch Schlitten-Prothese genannt. Das künstliche Kniegelenk ist dem natürlichen Gelenk nachempfunden und ermöglicht dem Patienten in aller Regel Schmerzfreiheit und alltagstaugliche Beweglichkeit. Auch können später wieder mäßige sportliche Aktivitäten durchgeführt werden.

Rehabilitation

Die Operation dauert in der Regel nur noch ein bis zwei Stunden. Bereits am Tag danach beginnt die Krankengymnastik, ab dem zweiten Tag das Gehtraining mit Gehstützen. Nach einem rund zehntägigen Klinikaufenthalt erfolgt in aller Regel eine dreiwöchige Rehabilitationsmaßnahme. Hier lernt der Patient, was er etwa beim Treppensteigen oder beim Aufstehen und Hinsetzen beachten muss. Bis zur vollständigen Genesung vergehen drei bis sechs Monate, in denen die aktive Mitarbeit des Patienten unbedingt erforderlich ist.

Austausch des künstlichen Kniegelenks

Mit der stetigen Zunahme der eingesetzten Knie-Endoprothesen in Deutschland steigt auch die Zahl der so genannten Knie-Revisionen. Im Laufe der Jahre kann sich die Prothese lockern, abhängig von Lebensalter, Körpergewicht, Knochenbeschaffenheit und körperlicher Aktivität des Patienten. Dies äußert sich durch Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit und Instabilität im Knie. Auch eine Entzündung zwischen Knochen und Prothese oder ein Bruch des Knochens, in dem die Prothese implantiert ist, kann eine Knie-Revision erforderlich machen. Der Knieprothesen-Wechsel ist in der Regel schwieriger als die Erst-Implantation und erfordert ein hohes Maß an operativer Erfahrung. Häufig wird bei einer Knie-Revision eine bisherige Schlitten-Prothese durch eine Total-Endoprothese ersetzt; bisweilen genügt es aber auch, verschlissene Teile des bisherigen Modells zu erneuern. Daher sind moderne Knie-Endoprothesen aus Modulen aufgebaut, die einzeln ausgetauscht werden können.