Herzkatheter-Anwendungen

Qualitätsmerkmal: Geringe Strahlenbelastung

Gute Behandlungsqualität liegt vor, wenn die Strahlenbelastung für Patient und Arzt gering ist.

Damit der Arzt den Herzkatheter durch die Schlagader exakt bis zum verengten oder verschlossenen Herzkranzgefäß führen kann, wird der Brustbereich während der Untersuchung mit Röntgenstrahlen durchleuchtet, ebenso während der sich in der Regel anschließenden Ballonkatheter-Behandlung. Bei dieser wird das verengte Herzkranzgefäß mit Hilfe eines kleinen Ballons am Ende des eingeführten Herzkatheters wieder geweitet und ggf. mit einem hauchdünnen Stützgeflecht aus Metall (Stent) von innen ausgekleidet, um es offen zu halten. Der Arzt kann auf einem Monitor den Katheter, den Fortschritt der Behandlung und den Blutfluss während der Röntgen-Durchleuchtung in Echtzeit verfolgen und kontrollieren. Da der Eingriff eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, ist es wichtig, die Strahlenbelastung insgesamt gering zu halten. Die dabei vom Körper aufgenommene Energiemenge gibt Aufschluss über die Strahlenbelastung während der Herzkatheter-Anwendung. Gemessen wird sie als so genanntes Flächen-Dosis-Produkt. Dieses ist das rechnerische Produkt einer bestrahlten Fläche und der auf dieser Fläche wirksamen Strahlendosis. Je niedriger das Flächen-Dosis-Produkt, desto geringer die aufgenommene Energiemenge und damit auch Strahlenbelastung.

So selten wird die empfohlene Strahlenbelastung bei Herz- und Ballonkatheter-Einsätzen überschritten

Unterschieden wird die Strahlenbelastung:
a) bei einer Herzkatheter-Untersuchung, bei der nur die Herzkranzgefäße betrachtet werden, aber keine weitere Behandlung mit Katheter erfolgt, z.B. weil der Arzt eine Bypass-Operation für erfolgversprechender hält. Die empfohlene Höchstbelastung beträgt 3.500 cGy mal cm2.
b) bei einer Ballonkatheter-Behandlung, bei der ein kleiner Ballon an der Spitze des Katheters mit Luft gefüllt wird und so das verengte oder verschlossene Herzkranzgefäß dehnt bzw. wieder öffnet. Häufig wird die gedehnte Stelle auch gleich von innen mit einem dünnen Metallgeflecht (Stent) ausgekleidet, damit sie sich nicht wieder verengt. Die empfohlene Höchstbelastung beträgt 6.000 cGy mal cm2.
c) bei einem kombinierten Eingriff, d.h. einer Herzkatheter-Untersuchung mit direkt anschließender Ballonkatheter-Behandlung. Die empfohlene Höchstbelastung beträgt 8.000 cGy mal cm2.

Für weitere Informationen berühren Sie bitte die Balken im Schaubild.